Schutzklassen und Richtlinien

Schutzklassen für gepanzerte Fahrzeuge

Beim Schutz von Menschenleben gibt es keinen Platz für Workarounds: Wir entwickeln und produzieren unsere Sonderschutzlösungen für Fahrzeuge ausschließlich nach den Richtlinien der VPAM (Vereinigung der Prüfstellen für angriffshemmende Materialien und Konstruktionen) und des STANAG (Standardization Agreement des NATO Standardization Office). Dabei verwenden wir ausnahmslos zertifizierte ballistische Materialien für die Panzerung. Die offizielle Prüfung und Zertifizierung unseres gesamten Portfolios von sondergeschützten Fahrzeugen erfolgt durch das unabhängige staatliche Beschussamt – für ein Sicherheitskonzept auf durchgängig höchstem Niveau.

Hier erfahren Sie mehr über die geltenden Richtlinien und die offiziellen Schutzklassen für gepanzerte Fahrzeuge.

Schutzklassen gegen beschusstechnische Angriffe

Die ballistischen Schutzklassen der VPAM und des amerikanischen NIJ (National Institute of Justice) geben an, welchem Feuerwaffenbeschuss ein Sonderschutzfahrzeug standhält. Die meisten unserer Fahrzeuge entsprechen der Schutzklasse VR7 oder VR9.

NIJ-Richtlinie

(National Institute of Justice)

Art der Panzerung Testrunde Testbeschuss Geschossmasse Aufbereitete Panzerung mit Testgeschwindigkeit Neue Panzerung mit Testgeschwindigkeit

IIA

1 9 mm
FMJ RN
8,0 g
(124 g)
355 m/s
(1.165 ft/s) 
373 m/s
(1.225 ft/s)
2 S&W
Kaliber .40
FMJ
11,7 g
(180 g)
325 m/s
(1.065 ft/s)
325 m/s
(1.155 ft/s)

II

1 9 mm
FMJ RN
8,0 g
(124 g)
379 m/s
(1.245 ft/s)
398 m/s
(1.305 ft/s)
2 Magnum
Kaliber .357
JSP
10,2 g
(158 g)
408 m/s
(1.340 ft/s)
436 m/s
(1.430 ft/s)

IIIA

1 SIG
Kaliber .357
FMJ FN
8,1 g
(125 g)
430 m/s
(1.410 ft/s)
448 m/s
(1.470 ft/s)
2 Magnum
Kaliber .44
SJHP
15,6 g
(240 g)
408 m/s
(1.340 ft/s)
436 m/s
(1.340 ft/s)

III

1 7,62 mm
NATO FMJ
9,6 g
(147 g)
847 m/s
(2.780 ft/s)
/

IV

1 Kaliber .30
M2 AP
10,8 g
(166 g)
878 m/s
(2.880 ft/s)
/

Besonderheit

/ Die Testgefährdung muss vom Hersteller oder Lieferanten der Panzerung spezifiziert werden.

 

Schutzklassen gegen sprengtechnische Angriffe

Die Sprengwirkungsklassen geben Auskunft darüber, welcher Sprengwirkung ein Fahrzeug standhält, etwa bei Angriffen mit Handgranaten, Landminen oder IEDs („Improvised Explosive Device“, z. B. selbstgebaute Autobombe). Unsere gepanzerten zivilen Fahrzeuge sind auch gegen diese Bedrohungen geschützt und entsprechend zertifiziert. Angesichts der steigenden Bedrohungslage auf der Welt wurden einige Fahrzeuge sogar über die Richtlinie hinaus mit größeren Sprengladungen getestet und erfolgreich zertifiziert.

STANAG 4569

Level Gefährdung durch Minenexplosion
4 4b Minenexplosion mittig unter Fahrzeug Explosivpanzermine mit 10 kg Explosivmasse
4a Durch Überfahren aktivierte Minenexplosion unter einelnem Rad oder Kette
3 3b Minenexplosion mittig unter Fahrzeug Explosivpanzermine mit 8 kg Explosivmasse
3a Durch Überfahren aktivierte Minenexplosion unter einelnem Rad oder Kette
2 2b Minenexplosion mittig unter Fahrzeug Explosivpanzermine mit 6 kg Explosivmasse
2a Durch Überfahren aktivierte Minenexplosion unter einzelnem Rad oder Kette
1 Handgranaten, nicht explodierte Streumunition und andere Sprengkörper (z. B. Anti-Personenminen), die unter Fahrzeug explodieren

 

VPAM-ERV2010-Richtlinie

Explosive Resistant Vehicles

Die Angaben und Prüfungsszenarien der VPAM-Richtlinie ERV2010 (ERV: Explosive Resistant Vehicle) sind nicht frei zugänglich. Diese Richtlinie kann bei begründetem Bedarf bei den Prüfstellen oder der Geschäftsstelle der VPAM angefordert werden. 

Für die Zertifizierung gemäß ERV2010 wird das Fahrzeug unter anderem mit den Handgranaten DM51, HG85 und RGD5, der AP-Mine DM31 sowie simulierten Autobomben getestet.

Natürlich bieten wir auch sondergeschützte Fahrzeuge an, die nach ERV2010 zertifiziert sind. Gerne beraten wir Sie, welcher Bedarf und welche Bedrohungen in Ihrem Einsatzland vorliegen, und versorgen Sie mit dem richtigen Fahrzeugschutz!
 

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